Alternative Frässpindel?

Hier könnt Ihr alles was mit dem Fräsen zusammenhängt diskutieren.
mhier
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Alternative Frässpindel?

Beitrag #1 von mhier » Sa 13. Mär 2021, 16:56

Moin,

ich denke schon seit Längerem darüber nach, welche Alternative zum Dremel man dem RF1000 verpassen könnte. Mich stört primär, dass keine größeren Durchmesser als 3mm möglich sind. Außerdem hätte ich gerne mehr Platz zwischen dem Ende des Fräsers und der Deckenplatte. Dickere Materialien als 10mm, vielleicht gerade noch 15mm lassen sich aktuell nicht fräsen, weil einfach der Platz fehlt. Ein Traum wäre, wenn auch noch genügend Platz da wäre, um eine Absaugung von vorne unterzubringen (ein bisschen so ähnlich wie meine neue Blasdüse zum Drucken, nur nicht ringsrum, und natürlich mit Staubsaugeranschluss statt Lüfter ;-)).

Das Problem ist natürlich der enge Platz. Zwischen den beiden Führungswagen ist nicht genug Platz, ob z.B. eine China-Spindel durchzuführen. Deshalb überlege ich, ob es eine Möglichkeit wäre, einen Geradeschleifer mit langem Hals zu nehmen, z.B. einen Bosch GGS-28 LCE. So viel ich weiß kann man die Gummierung am Hals abmachen, und hat dann einen Metall-Hals, den man einspannen kann.

Was ich mich allerdings frage, ist ob das die beste Lösung ist. Solche Geräte sind natürlich primär als handgeführte Maschinen konzipiert. Ein bisschen Sorgen macht mir auch der KickBack Stopp - wenn der auslöst, ist der Fräser definitiv hin... Die Hoffnung wäre nur, dass das ohnehin nur auslöst, wenn schon was ordentlich schiefgelaufen ist.

Evtl. wäre eine AMB mit Geradeschleifervorsatz eine Alternative (die AMB Fräsen werden oft in Hobby-CNCs benutzt), allerdings auch eine deutlich teurere.

Habt ihr noch andere Ideen?

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #2 von AtlonXP » Sa 13. Mär 2021, 18:39

Vielleicht solltest du zuerst die Möglichkeiten des Fräser Spannens anschauen.
Das ist die Typische ER11 Befestigung.
https://www.amazon.de/Kuinayouyi-Spannz ... 02&sr=8-15

Leider gibt es damit Probleme, wenn man einen 0,8 mm Bohrer einspannen möchte.
So ein Bohrer muss dann halt einen dickeren Schaft haben.

LG AtlonXP

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #3 von anwofis » Sa 13. Mär 2021, 18:52

Hallo,

hab' eine kleine CNC primär als Hobby ;)

Hab' eine wassergekühlte 1.5kw Spindel drinne +Frequenzumrichter - ist sehr leise.
Den China-FU hab ich gegen einen guten Siemens getauscht wegen Problemen mit EMV (der Chinakracher hat den Arduino gestört...)
Vorher war eine Kress drinne - die haben Kohlebürsten und leider sind die schnell runtergewesen...
Auch von der Lautstärke etwas unangenehm.

Wäre aber definitiv zu groß für den RF1000.

(Vielleicht gibt's so Spindeln auch kleiner?)

Grüße,anwofis

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #4 von zero K » Sa 13. Mär 2021, 19:05

Guten Abend Martin

Prinzipiell ist ein ausgewachsener Fräsantrieb eine schicke Sache.
Nur muss Deine Führungsmaschine die entstehenden Kräfte auch ohne zu verziehen aufnehmen können.
Deine X-Achse müsste zu dem schlaffe 2 bis 2,5 kg Gewicht bewegen - die Schneidkräfte und mögliche Momente am Hebel zwischen Werkstück und Antriebsspindel nicht berücksichtigt.

Da ist so ein Dremel gar nicht schlecht, auch wenn die Zielkontur erst durch mehrere Bahnen erreicht wird.
Die durch das kleinere Schneidwerkzeug auch sehr feinen Späne sind durch eine günstige Anordnung von Staubsauger und Druckluft leichter abzuführen.
Solltest Du mal etwas zu eilig ins Werkstück fahren bleibt der Dremel stehen - die kleine Macke ist sicher korrigierbar.
Wenn Du mit einem 600 W Motor ins Werkstück fährst verbiegt es Dir den RF - und eine Schneide verbeißt sich im Werkstück..

Ist dein Kantenantasten so zuverlässig, dass es auch bei diesen hohen Massen präzise funktioniert?

Das jetzt mal nur ganz spontan, denn ich glaube der RF ist zum Gravieren und Platinen bohren und Leiterbahnen fräsen noch ganz gut geeignet aber nicht zur Erzeugung größeren Spanvolumens.

Gruß zero K

BTW;
Wenn Dir so ein Dremel nicht gefällt, das kann ich nachvollziehen, dann schau mal nach "Mikromotor & Dental".

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #5 von mhier » Sa 13. Mär 2021, 22:29

Naja erstmal ist eine Sache ob der Motor mehr Leistung hat oder ob ich die auch abrufen - ich kann ja auch bei einer 3kW Spindel so wenig Spanvolumen abtragen wie der Dremel das noch schaffen würde. Das mag unsinnig sein, aber mir geht es wie gesagt nicht um höhere Leistung sondern um die Möglichkeit größere Fräser einzuspannen (der Dremel kann nun mal kein ER11 aufnehmen).

Zweitens rüste ich ja gerade auf Kugelumlaufspindeln um, dadurch ist durchaus deutlich mehr Leistung möglich. Schon jetzt (y noch immer mit Riemen, aber dem relativ schweren und trägen Tisch) könnte ich deutlich mehr Volumen zerspanen als der Dremel schafft. Wenn der Dremel kurz mal stehen bleibt, gibt es nicht nur eine kleine Macke, vor allem bricht der Fräser dann ab (so schnell kann ich nicht den Notaus betätigen). Schließlich hab ich Feedrates von 600mm/min bei 3mm Fräsern bei Alu.

Ich fräse durchaus 10mm Alu damit. Die Oberfläche wird nicht so schön, aber das liegt vielleicht auch an meiner Unfähigkeit bisher. Außerdem ist der Rundlauf vom Dremel auch nicht gerade toll...

Wie kriege ich bei so einem Dental Mikromotor dann nen Fräser eingespannt? Gibt's da Standard Spannzangen für? Haben die nicht eher einen Spezialanschluss?

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #6 von anwofis » Sa 13. Mär 2021, 22:57

Hallo,

hab' aus Interesse mal in der Bucht geschaut:

Das hab' ich drin:
https://www.ebay.de/itm/EU-1-5KW-Water- ... 3844280752

Gibt's auch kleiner (könnte am RF1000 passen ?):
https://www.ebay.de/itm/DE-0-3KW-300W-W ... 4540556765

(Weiß nicht, ob dir das jetzt weiterhilft?)

Grüße,anwofis

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #7 von zero K » Sa 13. Mär 2021, 23:44

Ja, das sind Spezialfräser und bei spätestens 5 mm Alu dürfte eine Grenze liegen - zu weit unter Deinen Zielen.
Vorteil wäre dann nur das geringe Gewicht.

Gruß zero K

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #8 von mhier » So 14. Mär 2021, 16:01

anwofis hat geschrieben:Gibt's auch kleiner (könnte am RF1000 passen ?):
https://www.ebay.de/itm/DE-0-3KW-300W-W ... 4540556765

Ja vielleicht ist das, was ich suche, sowas habe ich bislang tatsächlich nicht gefunden. 48mm Druchmesser könnte gerade eben passen, muss ich noch mal genauer nachmessen (ist ziemlich exakt der verfügbare Platz zwischen den Führungsschienen). Leider finde ich so etwas nicht außerhalb von E-Bay oder Banggood, und der Verkäufer hat nur 96% positive Bewertungen... Ich befürchte auch, dass 60000 RPM übertrieben sind, und dass die elektrischen Anschlüsse wie bei den meisten China-Spindeln nicht wirklich sicher sind.

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #9 von anwofis » So 14. Mär 2021, 16:46

@mhier:
Joa, also das mit der Produktsicherheit ist tatsächlich so eine Sache wie bei allen China-Käufen...

Bei der 1.5kw Chinaspindel sind die Stecker soweit ich gelesen habe nicht so zulässig:
http://cnc.a-ueberbach.de/elektro/steck ... naspindel/
Müsste ich daher sicher auch noch tauschen...
Auch ist mir der China-FU abgeraucht - von innen wirken die Platinen des FU schon sehr minderwertig...
-
Bei der 300W Spindel sehe ich jetzt keinen Steckverbinder sondern nur lose Drähte.
Ob das jetzt irgendwie erlaubt ist - keine Ahnung?

Es ist denke ich auch so, dass man den FU als Nicht-Elektrofachkraft gar nicht anschließen oder in Betrieb nehmen darf?
-
Bzgl 60000RPM: Hab' ich erst gar nicht gesehen :p
Ich hab' jetzt noch keine Platinen gefräst - hohe Drehzahlen sind für kleine Stichel aber sicher besser?
Zur Not kannst du die ja mit dem FU ein Stück runterstellen.
-
Aber preislich ist es alternativlos ;)

(Eigentlich hab' ich diese WaKü-Spindeln nur wegen der Lautstärke erwähnen wollen: die sind viel leiser als eine Luftgekühlte. Deswegen habe ich die auch gekauft. Will dafür auch keine Kaufempfehlung geben: die Kress oder AMB o.ä. sind auch sehr gute Fräsmotoren.)

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Re: Alternative Frässpindel?

Beitrag #10 von mhier » Mo 15. Mär 2021, 14:55

anwofis hat geschrieben:Bei der 300W Spindel sehe ich jetzt keinen Steckverbinder sondern nur lose Drähte.
Ob das jetzt irgendwie erlaubt ist - keine Ahnung?

Stimmt, das war mir dann auch aufgefallen. Ich denke, das ist soweit ok, man muss dann eben nur entsprechend den Anschluss daran korrekt machen. Das Kabel sieht viel zu kurz aus, d.h. man muss es irgendwie verlängern. Aber das dürfte ja deutlich einfacher sein, als einen Stecker im Gehäuse auszutauschen.

Es ist denke ich auch so, dass man den FU als Nicht-Elektrofachkraft gar nicht anschließen oder in Betrieb nehmen darf?

Ja, strenggenommen darf man als Nicht-Elektrofachkraft nicht mal eine Deckenlampe anschließen. Dürfen ist mir da nicht so wichtig wie korrekt ausführen. Ggf. lass ich den Elektriker meines Vertrauens da am Ende noch mal nen Blick drauf werfen.

Bzgl 60000RPM: Hab' ich erst gar nicht gesehen :p
Ich hab' jetzt noch keine Platinen gefräst - hohe Drehzahlen sind für kleine Stichel aber sicher besser?
Zur Not kannst du die ja mit dem FU ein Stück runterstellen.

Ja für kleine Fräser sind hohe Geschwindigkeiten wünschenswert, vor allem bei Alu. Sorotec gibt z.B. eine optimale Schnittgeschwindigkeit von 500 m/min an, da braucht man bei 3mm schon 53000 RPM. Aber man landet dann eben auch bei hohen Vorschubgeschwindigkeiten (1060 mm/min). Wobei ich neulich versehentlich mm/min und mm/s verwechselt habe und 600mm/s statt 600m/min eingestellt habe - damit war ich am eingestellten Limit von 100mm/s unterwegs (trotz 35000 RPM vom Dremel, die dann theoretisch viel zu langsam wären), was immer noch nen Faktor 10 zu schnell ist. Ging erstaunlicherweise trotzdem - ich bin wohl eher vorsichtig mit der Zustellung unterwegs gewesen zum Glück :-)

Problematisch wird es ggf. mit großen Fräsern. Ich schätze mal, einen 10mm Planfräser darf man bei 60000RPM gar nicht mehr betreiben. Die Sorotec-Schnittdaten geben mir da eher 8000 RPM für die optimale Schnittgeschwindigkeit. Die Drehzahl kann man sicherlich über den FU einstellen, und wahrscheinlich haben wassergekühlte Spindeln auch keine Mindest-Geschwindigkeit. Trotzdem wird die Leistung dann recht knapp sein, denn die 300W gelten bei 60000RPM. Wenn das linear geht (bin mir gerade nicht sicher), bleiben bei 8000 RPM noch 40W übrig. Laut Schnittdatenrechner geht dann bei besagtem 10mm Planfräser nur noch eine Schnittiefe von 0.05mm. Naja ist vielleicht gerade noch machbar, weil ich ja eh nur kleine Werkstücke habe.

Anderes Problem: ER8-Spannzangen können 6mm schon nur noch inoffiziell mit schlechteren Rundlaufeigenschaften. Das ist evtl. aber auch akzeptabel, zumal die Geradeschleifer-Alternativen grundsätzlich schlechtere Spannzangen benutzen.

Aber preislich ist es alternativlos ;)

Ja, die Kress/AMB und erst recht die Bosch-Variante wäre schon günstiger (zumal bei dem Set noch das Netzfilter fehlt). Ich finde das trotzdem ziemlich reizvoll im Moment und denke ernsthaft drüber nach. Lieferung innerhalb der EU scheint ja möglich zu sein, dann ist das eBay-Risiko vielleicht akzeptabel.

(Eigentlich hab' ich diese WaKü-Spindeln nur wegen der Lautstärke erwähnen wollen: die sind viel leiser als eine Luftgekühlte. Deswegen habe ich die auch gekauft. Will dafür auch keine Kaufempfehlung geben: die Kress oder AMB o.ä. sind auch sehr gute Fräsmotoren.)

Das stimmt, wobei es weniger auf die Kühlung ankommt, als auf die Motor-Art. Die HF-Spindeln sind Asynchronmotoren, die Geradeschleifer i.d.R. Bürstenmotoren. Das ist auch eine Frage des Wirkungsgrades. 300W HF-Spindel bringt wahrscheinlich ähnlich viel Abgabeleistung wie eine 600W AMB-Spindel. Dazu kommt es bei Bürstenmotoren und auch bei Brushless-DC-Motoren auf eine gute Regelelektronik an, während Asynchronmotoren wohl von selbst relativ gut die Drehzahl halten.

Lautstärke ist nicht ganz so dramatisch, solange es nicht erheblich lauter wird als der Dremel - aber eine niedrige Lautstärke wäre definitiv ein Bonus.


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